02 Februar, 2026

Ab 12. März im Kino: „Der Tod wird kommen”

Sophie Verbeeck als „Tez”.

Nach der Weltpremiere im Wettbewerb von Locarno (und weiteren Festivalstationen in Mannheim, Tallinn, São Paulo, Shanghai usw.) kommt mein Film DER TOD WIRD KOMMEN („La Mort viendra”) am 12. März 2026 endlich regulär in die deutschen Kinos (Verleih: W-Film). Ich freue mich sehr darüber und werde den Film auch in einige Städte begleiten. Die Planung der Kinotour ist noch nicht abgeschlossen, fest stehen bislang folgende Stationen:

Köln
05.03.2026, 20 h @ Metropolis
in Anwesenheit von Sophie Verbeeck

Berlin

11.03.2026, 20.30 h @ Kino in der KulturBrauerei 

moderiert von Knut Elstermann


Hamburg

12.03.2026, 19.30 h @ Abaton-Kino 

Kinotour


Essen

15.03.2026, 17 h @ Astra Theater 

Kinotour


Wuppertal

16.03.2026, 19.45 h  @ Cinema Wuppertal

Kinotour


Düsseldorf

17.03.2026, 19 h @ Bambi

Kinotour


Mehr Details demnächst!

Erzählt wird die Geschichte des legendären Brüsseler Gangsters Charles Mahr (Louis-Do de Lencquesaing), der die Killerin Tez (Sophie Verbeeck) beauftragt, den Mord an einem seiner Kuriere zu rächen. Schnell gerät sie in das Dickicht einer Intrige, in der Mahrs Herausforderer Patric De Boer (Marc Limpach) eine undurchsichtige Rolle spielt. Tez wird selbst zur Gejagten und muss sich entscheiden, wessen Werkzeug sie sein möchte...

In weiteren Rollen spielen Mourade Zeguendi („Zinedine”), Nassim Rachi („Carlo”), Hilde Van Mieghem („Julie”), Delphine Bibet („Méla”), Laura Sépul („Louise”), Luc Feit („Dédé”), Pitcho Womba Konga („Yann”), Elsa Rauchs („Axelle”) u.a. 

Louis-Do de Lencquesaing als „Charles Mahr”.

Produktion: Bettina Brokemper, Heimatfilm (Köln), Bady Minck + Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Amour Fou (Luxemburg), Joseph Rouschop, Tarantula (Liège). Regie: Christoph Hochhäusler. Drehbuch: Ulrich Peltzer, Christoph Hochhäusler. Besetzung: Ulrike Müller. Kamera: Reinhold Vorschneider. Szenenbild: Renate Schmaderer. Kostümbild: Michèle Tonteling. Maskenbild: Garance Van Rossum. Haare: Pascal Joris. Ton: Marc Thill. Montage: Stefan Stabenow. Musik: Nigji Sanges. Sounddesign: François Aubinet. Mischung: Michel Schillings. Colorist: Dirk Meier. VFX: Thomas Löder. Künstlerische Mitarbeit: Aurélia Georges. Redaktion: Carlos Gerstenhauer, Harald Steinwender (BR), Barbara Häbe (Arte). BR, ARTE, BKM, Filmstiftung NRW, Filmförderung Luxemburg, FFA, MBB, Belgian Tax Shelter, Wallon Image.

P.S.: Der Film wird im französischsprachigen Original, aber auch in einer synchronisierten Fassung gezeigt werden, in der übrigens Henriette Confurius die Hauptrolle „Tez” spricht. 

Sünden

F.W. Murnau FAUST (D 1926)

Die Vergehen, die im Kino zum Skandal werden, unterscheiden sich von den „Todsünden“ der Kirchenlehre. Trägheit, Neid und Stolz werden vom Zuschauer zwar kritisch beäugt, Zorn, Wollust und Völlerei aber eher milde beurteilt. Die Zehn Gebote schneiden noch schlechter ab: Moderne Zuschauer sind tolerant gegenüber Vielgötterei (1.), Verwünschungen (2.), Ehebruch (6.) oder dem Begehren seines Nächsten Frau (9.). Bei Diebstahl (7.) hängt es stark von den Umständen ab und sogar Mord und Totschlag (5.) können im Kino auf Nachsicht hoffen, je nach dem, wer das Opfer ist und welche Umstände zur Tat führen. 

Hatte die League of Decency also doch recht? Ist das Kino ist im Kern unchristlich? Oder sollte man Kinogefühle nicht so ernst nehmen? Vielleicht kommen wir einer Antwort näher, wenn wir zunächst die Frage klären, aus welcher Position wir als Zuschauer urteilen. Wir sind anwesend als Augen- und Ohrenzeugen, leihen uns aber nicht nur einen Blick, sondern fühlen uns auch in fremde Körper ein. Und wir muten uns viel mehr Nähe zu, als wir das im wirklichen Leben tun würden, weil wir hier der Schwerkraft und anderen, vor allem sozialen Konsequenzen enthoben sind. 

Ein bisschen ist es so, als würden wir eine Tarnkappe tragen. Niemand weiß, dass wir dabei sind, zumindest so lange die vierte Wand nicht durchbrochen wird – und wir selbst vergessen (nur zu gerne) den Illusionscharakter. Obwohl wir die Blicke/Einstellungen nicht selbst gewählt haben, machen wir sie uns zu eigen und nehmen es furchtbar persönlich, wenn unsere Stellvertreter und Ersatzkörper leiden müssen. Wenn das Publikum also launenhaft mit der „Sünde” umgeht – einerseits harsche Urteile fällt, wenn es um Ungerechtigkeiten geht, zugleich aber milde auf Gewalttaten reagiert – sind das in erster Linie Identifikationseffekte. 

26 Januar, 2026

Schwere Zeiten, leichte Unterhaltung?

Wolf Strache: „Berlin, Kurfürstendamm, nach einem Bomben-
angriff”, 23.11.1943.

B. meinte in einem Halbsatz kürzlich, dass wir, zynisch betrachtet, die falschen Filme machten für diese aus den Fugen geratene Welt und ob es nicht schon immer so gewesen sei, dass in schweren Zeiten die leichten Geschichten gefragt gewesen wären? 

Ich war um eine Antwort verlegen. Es klang einleuchtend. Wer könnte es den sogenannten „normalen Menschen” verübeln, wenn sie ihr hartes Schicksal mit Unterhaltungsopiaten aufhellen? 

Falls sich unsere Gegenwart also zu den „schweren Zeiten” rechnen lässt – wofür manches spricht –, wäre die Frage, welche filmischen Eskapismen die Diagnose stützen. Und wie unsere Reaktion darauf aussehen soll. 

Steigt in der (moralischen) Not nicht auch der Bedarf nach glaubwürdigen Geschichten? Nach Wahrheit?


P.S.: Der annoncierte Film im Bild oben ist übrigens ein Drama von Hans Zerlett von 1943, über den Friedemann Beyer schreibt: „Zerlett gelingt hier ein Tableau beklemmenden menschlichen Elends, das im Film der NS-Zeit seinesgleichen sucht.”

16 Januar, 2026

Ich habe eine Bitte:

Revolver, die Filmzeitschrift, die ich 1998 mitbegründet habe, braucht mehr Abonnements, wenn sie überleben soll. 

Zwei Hefte im Jahr, lesenswert über den Tag hinaus, klein und schmuck, zum Preis von zwei Kaffee und einem Croissant, 15.-. 


Wie wäre es, wenn Sie sich ein Herz fassen und uns abonnieren? Das wäre eine große Hilfe.


Einfach eine formlose E-Mail schicken an info(at)etk-muenchen.de, also zum Beispiel: „Hiermit möchte ich gerne ein Revolver-Abo für 15€/Jahr zzgl. Porto bestellen.” Liefer- und Rechnungsadresse bzw. Bankdaten für ein Lastschriftverfahren nicht vergessen. Die Edition Text + Kritik, die den Vertrieb besorgt, bestätigt Ihnen dann die Bestellung.


Falls Sie schon abonniert haben, bitte ignorieren oder noch besser: an Interessierte weiterleiten.


Vielen Dank!




Was ist Revolver?


Die Zeitschrift, gegründet 1998, erscheint zweimal im Jahr im Verlag der Autoren. Die Idee war und ist es, eine „Theorie der Praxis” zu organisieren. Das heißt: Filmemacher*innen sprechen mit Filmemacher*innen, über Methode und Prozess und darüber, wie das Kino von morgen aussehen könnte. Ergänzend gibt es „Bekenntnistexte” von Filmpraktiker*innen. Revolver entsteht nebenbei und unbezahlt. Die Abonnements decken die Druckkosten.


In den letzten 53 Ausgaben gab es Interviews und Beträge von/mit Abbas Kiarostami, Lars von Trier, Lucrecia Martel, Michael Haneke, Claire Denis, Hou Hsiao Hsien, Maren Ade, Harun Farocki, Ulrich Seidl, Radu Jude, Eric Rohmer, Alexander Kluge, Terry Gilliam, Katrin Cartlidge, Christian Petzold, Tankred Dorst, Mia Hansen-Løve, Hanns Zischler, Jean-Claude Carrière, Athina Rachel Tsangari, Ruben Östlund, Jean-Pierre & Luc Dardenne, Romuald Karmakar, Céline Sciamma, Sergei Loznitsa, Albert Serra, Michael Ballhaus, Ute Aurand, Nadav Lapid, Denis Lavant, Thomas Heise, Jonas Mekas, Lav Diaz, Werner Herzog, Peter Kubelka, Mariano Llinás, Apichatpong Weerasethakul, Wim Wenders, Frederick Wiseman, Carlos Reygadas, Alexandre Koberidze, Adam Curtis, Andreas Goldstein, Matías Piñeiro, Harmony Korine, Bruno Dumont, Kleber Mendonça Filho, Angela Schanelec und vielen anderen.


Der Redaktion gehören zur Zeit an: Hannes Brühwiler, Gordon Dohle, Leo Geisler, Istvan Gyöngyösi, Benjamin Heisenberg, Christoph Hochhäusler, Szuszanna Király, Sebastian Ladwig, Franz Müller, Johanna Schorn, Marcus Seibert, Cécile Tollu- Polonowski, Nicolas Wackerbarth, Saskia Walker. Gestaltung: Mathilde Lesueur und Jérémie Harper.


www.revolver-film.de