PARALLEL FILM
NOTIZBUCH CHRISTOPH HOCHHÄUSLER
28 August, 2026
12 August, 2026
Ausstellung & Werkschau @ n.b.k. & Kino Arsenal
Kurator: Marius Babias Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) präsentiert die erste Ausstellung des Berliner Regisseurs und Autors Christoph Hochhäusler (*1972 in München). Seine preisgekrönten Arbeiten sind Ausdruck ästhetischer, gesellschaftlicher und politischer Interessen, die sich in einem genuin filmischen Fluchtpunkt vereinigen. Sein neuer Kurzfilm DAS PARADIES VERTREIBT UNS (2026) ordnet Fotografien aus den 1950er und 1960er Jahren, die Hochhäusler auf einem Berliner Flohmarkt gefunden hat, in eine narrative Struktur ein. Die Ausstellung zeigt darüber hinaus Dokumente und Materialien zu Hochhäuslers frühen und aktuellen Werken – u. a. Storyboards, Setfotos, Filmplakate und Ausgaben der von ihm mitgegründeten Zeitschrift Revolver (seit 1998) – und gibt Einblick in das Oeuvre eines kompromisslosen Cineasten.
Siehe auch: https://www.nbk.org/de/ausstellungen/christoph-hochhaeusler
Werkschau Christoph Hochhäusler
3. bis 24.9.2026
Eröffnung am Donnerstag, den 3.9.2026 um 20 h
im Kino Arsenal
Plantagenstr. 30, 13347 Berlin
Parallel zur Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) zeigt das Kino Arsenal eine Werkschau aller Filme von Christoph Hochhäusler. In seinen Geschichten geht es stets um Lügen und Intrigen, um Manipulation und Täuschung. Sie zeigen Betrug, Verrat und Begehren und sind nahe am Genrekino (Film noir, Krimi, Politthriller) inszeniert. Hochhäuslers im Kontext von Finanzkapitalismus, Politik, Medien und neuen Technologien angesiedeltes Kino gibt der Gegenwart und ihren komplexen Systemen eine Form. Das von Birgit Kohler (Arsenal Filminstitut) kuratierte Programm wird flankiert von Gesprächen mit dem Filmemacher und Einführungen von Esther Buss, Matthias Dell, Jan Künemund, Anne Küper und Sebastian Markt.
Do, 3.9., 20 Uhr (Eröffnung), Anschließend Gespräch mit Christoph Hochhäusler, Moderation: Birgit Kohler & Mi, 23.9., 19.30 Uhr. LA MORT VIENDRA (Der Tod wird kommen), R: Christoph Hochhäusler, D/Belgien/Luxemburg 2024, OmdU (am 23.09. OmeU) 101'.
Fr, 4.9., 20 Uhr, Anschließend Gespräch mit Christoph Hochhäusler, Moderation: Birgit Kohler & Do, 17.9., 19.30 Uhr MILCHWALD (This Very Moment), R: Christoph Hochhäusler, D 2003, OmeU 87'.
Sa, 5.9., 20 Uhr, Einführung: Sebastian Markt (Leiter der Sektion „Generation” der Berlinale) & Mo, 21.9., 19.30 Uhr. FALSCHER BEKENNER (Low Profile), R: Christoph Hochhäusler, D 2005, OmeU 94', Vorfilm: FIEBER (Fever), R: Christoph Hochhäusler, D 1998, 35mm, dt. OF 13'.
So, 6.9., 20 Uhr, Einführung: Matthias Dell (Film- und Fernsehkritiker, Berlin) & So, 20.9., 20 Uhr. EINE MINUTE DUNKEL (One Minute of Darkness), R: Christoph Hochhäusler, D 2011, OmeU 89'.
Di, 8.9., 19.30 Uhr & Fr, 18.9., 20 Uhr, Einführung Anne Küper (Kulturwissenschaftlerin, Kritikerin, Künstlerin). UNTER DIR DIE STADT (The City Below), R: Christoph Hochhäusler, D 2010, OmeU 110'. Vorfilm: SÉANCE, R: Christoph Hochhäusler, D 2009, OmeU 9'.
Do, 10.9., 19.30 Uhr & Do, 24.9., 19.30 Uhr, Einführung: Jan Künemund (Filmkurator) BIS ANS ENDE DER NACHT (Till the End of the Night), R: Christoph Hochhäusler, D 2023, OmeU 120'.
Fr, 11.9., 20 Uhr, Einführung: Esther Buss (Film-und Kunstkritikerin) & Di, 22.9., 19.30 Uhr DIE LÜGEN DER SIEGER (The Lies of the Victors), R: Christoph Hochhäusler, D 2014, OmeU 112'. Vorfilm: DAS PARADIES VERTREIBT UNS (Paradise Lost & Found), R: Christoph Hochhäusler, D 2026, OmeU 11'.
Siehe auch: https://www.arsenal-berlin.de/kino/filmreihe/hier-und-jetzt-die-filme-von-christoph-hochhaeusler/
Eintrittspreise: Gäste: 10 €, Arsenal-Mitglieder: 5 €
Kartenvorbestellung: https://kinotickets.express/arsenal-berlin/
Zwanzig Jahre
Seit zwanzig Jahren betreibe ich dieses Blog. Den ersten Post habe ich am 26.08.2006 abgesetzt, um 16.34 h. Über die Jahre habe ich mal mehr (2011: 112 Beiträge), mal weniger (2019: 9) geschrieben, war phasenweise umtost von Kommentaren (knapp tausend in den Jahren 2008-2018), inzwischen veröffentliche ich weitgehend geräuschlos, auch wenn die Zugriffszahlen über die Jahre erstaunlich stabil geblieben sind. Falls man der Google-Statistik trauen kann und falls die Aufrufe keine Irrtümer oder Suchmaschinen-Fails waren, gab es über alle Zeiten hinweg angeblich 1168385 Besucher, pro Monat durchschnittlich also mehr als 4500, mit Ausreißern nach oben und unten. Danke für das Interesse! Ich mache vorerst weiter, weil mir das Schreiben hilft, meine Gedanken zu ordnen und das Blog als Archiv von Aktivitäten, Interessen und Irrtümern meinen horror vacui in Schach hält. Weiter geht's.
06 Juli, 2026
19 Juni, 2026
„Das Paradies vertreibt uns” @ n.b.k., Werkschau @ Arsenal
| Ein Bild aus dem Foto-Konvolut, das Ausgangspunkt des Kurzfilms bildet. |
Ab 10. September (und bis 8. November) wird es im Showroom des Neuen Berliner Kunstvereins eine Ausstellung über meine filmische Arbeit geben, in deren Mittelpunkt ein neuer Kurzfilm von mir steht: DAS PARADIES VERTREIBT UNS. Kuration: Marius Babias. Begleitend richtet das Kino Arsenal eine Werkschau meiner Filme aus, die Birgit Kohler zusammengestellt hat. Ich freue mich sehr über dieses geballte Interesse!
Auf der Webseite des n.b.k. heißt es:
„Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) präsentiert die erste Ausstellung des Berliner Regisseurs und Autors Christoph Hochhäusler (*1972 in München). Seine preisgekrönten Arbeiten sind Ausdruck ästhetischer, gesellschaftlicher und politischer Interessen, die sich in einem genuin filmischen Fluchtpunkt vereinigen. Sein neuer Kurzfilm Das Paradies vertreibt uns (2026) ordnet Fotografien aus den 1950er und 1960er Jahren, die Hochhäusler auf einem Berliner Flohmarkt gefunden hat, in eine narrative Struktur ein. Die Ausstellung zeigt darüber hinaus Dokumente und Materialien zu Hochhäuslers frühen und aktuellen Werken – u. a. Storyboards, Setfotos, Filmplakate und Ausgaben der von ihm mitgegründeten Zeitschrift Revolver (seit 1998) – und gibt Einblick in das Oeuvre eines kompromisslosen Cineasten.”
Details zur Werkschau im Arsenal gibt es hier. In der Pressemitteilung zur Programmvorschau des Kino ist zu lesen:
31 Mai, 2026
Bis ans Ende... @ ARD Queer Reihe
Auf BR, MDR, RBB und WDR laufen ab 18.06. insgesamt sechzehn Filme im Rahmen der ARD-Queer-Reihe, darunter auch mein Film BIS ANS ENDE DER NACHT (D 2023), der am 16. Juli um 23.45 h im WDR ausgestrahlt und in Folge bis 16.08. in der Mediathek abrufbar sein wird.
22 Mai, 2026
Essentials & Filmgespräch @ Filmhaus Nürnberg
18 Mai, 2026
Vielleicht?
| Maya Sansa in Marco Bellocchios BUONGIORNO, NOTTE (Italien 2003). |
Im Gespräch über die Grenzen dessen, was Spielfilme zeigen oder anschaulich machen können, hat sich die These herausgeschält, die politischen Pole würden sich am Abgrund menschlichen Verhaltens magnetisieren.
Die Linke will daran glauben, dass sich Menschen erziehen lassen und wendet sich der Katastrophe unserer Geschichte auf eine weitgehend rationale Art zu – und verfehlt so womöglich den Kern des Problems. Denn menschliche Grausamkeit geht nicht auf in einer Kosten-Nutzen-Rechnung. Der NS war zum Beispiel keine „Konsequenz” eines entfesselten Kapitalismus’ (wie man oft liest), mit materialistischen Kategorien ist den Widersprüchen der Geschichte nicht beizukommen.
Die Rechte dagegen wähnt sich „realistisch“, weil sie den Menschen nicht bessern möchte - Idealisten sind für sie immer Heuchler - und begründet so gleichzeitig die Notwendigkeit „strenger Zucht“. Die organisierte Gewalt wird als Ordnung verklärt, in der ein Wir zum Glühen kommt, gegen einen Feind, der letztlich beliebig ist.
Das „pädagogische” Insistieren auf die Fehler (die Schande) unserer Geschichte findet die Rechte obszön, sie leugnet, verharmlost, deutet die Geschichte lieber um, um die Selbsterzählung so angenehm wie möglich zu machen. Wenn sich die Rechte zwischen Wahrheit und Macht entscheiden muss, wählt sie immer die Macht, während es zumindest der Anspruch der Linken ist, die Wahrheit zu wählen.
Aus dem defensiven „Es war nicht alles schlecht” der extremen Rechten ist ein „stolz auf 1000 Jahre erfolgreiche Geschichte” geworden, den auch der „Fliegenschiss” des NS nicht verderben könne (Alexander Gauland). Aber inzwischen reicht auch das nicht mehr, man will sich auch und gerade auf diesen Teil der deutschen Geschichte positiv beziehen. Das katastrophale, totale Scheitern des NS-Experiments hat Rechtsaußen beinahe 70 Jahre wirksam delegitimiert. Nun, da die letzten Zeugen sterben und sich die Maßstäbe global verschieben, haben „alternative“ Erzählungen eine neue Chance.
Die Linke scheint mir überfordert angesichts dieser geschichtspolitischen Wende von rechts. Sie hofft noch immer auf den Schiedsrichter und kämpft überhaupt mit untauglichen, alten Werkzeugen. Der Universalismus der Menschenrechte muss verteidigt werden – wenn es sein muss, natürlich auch gegen Identitätspolitik und postkoloniale Theorie – aber über das Wie muss neu nachgedacht werden.
Welche Rolle könnte das Kino in diesem Zusammenhang spielen? Es könnte sich skeptisch zeigen, dass Menschen sich ändern lassen, ohne die Hoffnung ganz aufzugeben. Es könnte aufhören, in der physical action die Essenz zu suchen und anfangen, sich für die Verständigung zu interessieren – und gerade darin nicht kompromisslerisch sein. Es könnte die Pädagogik hinter sich lassen und sich bereit machen für eine Auseinandersetzung, die auch die Filmemacher selbst einbezieht. Es könnte öfter „Vielleicht” sagen.
