26 Januar, 2026

Schwere Zeiten, leichte Unterhaltung?

Wolf Strache: „Berlin, Kurfürstendamm, nach einem Bomben-
angriff”, 23.11.1943.

B. meinte in einem Halbsatz kürzlich, dass wir, zynisch betrachtet, die falschen Filme machten für diese aus den Fugen geratene Welt und ob es nicht schon immer so gewesen sei, dass in schweren Zeiten die leichten Geschichten gefragt gewesen wären? 

Ich war um eine Antwort verlegen. Es klang einleuchtend. Wer könnte es den sogenannten „normalen Menschen” verübeln, wenn sie ihr hartes Schicksal mit Unterhaltungsopiaten aufhellen? 

Falls sich unsere Gegenwart also zu den „schweren Zeiten” rechnen lässt – wofür manches spricht –, wäre die Frage, welche filmischen Eskapismen die Diagnose stützen. Und wie unsere Reaktion darauf aussehen soll. 

Steigt in der (moralischen) Not nicht auch der Bedarf nach glaubwürdigen Geschichten? Nach Wahrheit?


P.S.: Der annoncierte Film im Bild oben ist übrigens ein Drama von Hans Zerlett von 1943, über den Friedemann Beyer schreibt: „Zerlett gelingt hier ein Tableau beklemmenden menschlichen Elends, das im Film der NS-Zeit seinesgleichen sucht.”

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