22 März, 2026

(Wieder-) Gesehen [27]

 Paare.

ANTOINE & ANTOINETTE (Jacques Becker, F 1947)

Jacques Becker hat eine unvergleichlich stabile Art, Filme zu machen. Jede Szene, jede Kamerabewegung ist überlegt. Ich muss an Holzbau denken, wenn ich seine Filme beschreiben soll, die Einstellungen wirken wie sich gegenseitig aussteifende Elemente eines Fachwerks, und ihre Handwerklichkeit nimmt mich für sie ein. Das Überraschende ist, dass seine Stoffe und Erzählvorhaben in dieser formalen Solidität nicht aufgehen; er beschreibt mit diesen Mitteln eben auch ganz fragile Dinge, Alltäglichkeiten, flüchtige Momente. In diesem Widerspruch bewegt sich Beckers Kunst, und ANTOINE & ANTOINETTE ist ein besonders schönes Beispiel dafür. Im Mittelpunkt stehen hier zwei Liebende im Paris der unmittelbaren Nachkriegszeit, ihr Umfeld und Alltag zwischen Arbeit, Besorgungen, Müßiggang und Eifersucht. Erst spät schürzt sich ein dramaturgischer Knoten um ein verloren geglaubtes Los der Lotterie. Die Aufregung lässt die Charaktere, die wir zuvor sozusagen in Friedenszeiten kennengelernt haben, noch einmal plastischer werden, es ist aber durchaus nicht so, dass der Plot deshalb zur Hauptsache wird.



TAKING OFF (Milos Forman, USA 1971)

Was, wenn die Rattenfänger der Jugend recht haben?



PETER IBBETSON (Henry Hathaway, USA 1935)

Gemeinsam einen Traum träumen: die ultimative Zweisamkeit?


LE PARC (Damien Manivel, F 2016)

Zwei Zonen durchquert der Film, die sich wie Tag und Nacht verhalten, hell und dunkel. Löschen sie sich aus?



LUST OCH FÄGRINNG STOR (Bo Widerberg, Schweden 1995)

Erotische Erziehung: entlang eigener Erfahrungen kann Widerberg der Affäre zwischen Lehrerin und Schutzbefohlenen einiges abgewinnen, bevor die Asymmetrie eben doch problematisch wird. Oder lese ich den Film zu moralisch?


HOBSON’S CHOICE (David Lean, GB 1954) 

Wie viel Spaß sozialer Aufstieg machen kann. Social mobility als Gesellschaftsgymnastik?


SEX (Dag Johan Haugerud, Norwegen 2024)

Was bedeutet Begehren?


CHÈRE LOUISE (Philippe de Broca, F 1972)

Wenn schon sugar mamma, dann Jeanne Moreau?


THE DRESSER (Peter Yates, GB 1983)

Theater als Leben und Ersatz?


GATE OF HELL (Teinosuke Kinugasa, Japan 1953)

Zerstörerische Projektion, die nur einer für Liebe hält. Toxisch aktuell?

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