25 März, 2010

gif and take

gif maker
Gif maker

Zum Beispiel Katzelmacher in 8 gifs: interessant, wie Technologie die Wege der Aneignung von Film verändert und erweitert.

Zu dem Thema passen die Aktivitäten von Captain Retro und den Synchronauten, die THE TAKING OF PELHAM ONE, TWO, THREE in einer Live-Show neu synchronisieren (statt wie Tony Scott den ganzen Film neu zu drehen).

Auch das Festival des nacherzählten Films organisiert im Grunde eine Neuaneignung.

Und dann gibt es noch diejenigen, die ihre Lieblingsfilme zu Hause nachdrehen, wie Zachary Oberzan, der RAMBO: FIRST BLOOD buchstäblich alleine (für 95,51 Dollar) unter dem Titel FLOODING WITH LOVE FOR THE KID neu gedreht hat (Hier ein kleiner Essay von Matt Zoller Seitz über den Film).



Zachary Oberzan (und Zachary Oberzan) in seinem Rambo-Remake.

23 März, 2010

Schlechter Tag für eine Schnecke


Ein Bild aus SCHLECHTER TAG FÜR SCHNECKE, von Jan (9 Jahre).

Katrin Eißing, Filmemacherin (AUF DEM SELBEN PLANETEN) und Fotografin, betreibt einen Youtube-Kanal, auf dem sie die Ergebnisse ihres Kinder-Trickfilmkurses öffentlich macht.

Die Filme sind ein großes Vergnügen und beweisen, dass man auch dann kein großes Budget braucht, wenn man zum Beispiel die Varus-Schlacht verfilmen möchte. Im Gegenteil sind Blockbuster-Plots eher die Regel bei den Papierfilmen: es gibt U-Boot-Schlachten, Monsterkämpfe, Banküberfälle, Science Fiction und vieles mehr.

Unbedingt ansehen!

22 März, 2010

VATERLAND von Thomas Heise


Als 5. Titel in unserer Revolver-Edition veröffentlichen wir die Doppel-DVD VATERLAND mit drei Filmen von Thomas Heise.

VATERLAND- 3 Filme, 1 Fragment, 7 Töne
Deutschland 1987 - 2006, Länge: 220 min.

Regie: Thomas Heise

01
Vaterland D 2002, 98 min
Straguth, Sachsen Anhalt: Fliegerhorst, Arbeitslager der Luftwaffe, der Organisation Todt, dann der Sowjetarmee, heute der NATO. Die wechselnden, unsicheren Zeiten haben sich in die Bewohner eingeschrieben. Eine Expedition in die Sedimentschichten der deutschen Geschichte.

02
Im Glück (Neger) D 2006, 87 min
1990 inszenierte Thomas Heise mit 12 bis 16 jährigen Heiner Müllers „Anatomie Titus Fall of Rome“. Bestandsaufnahme eines Erwachsenwerdens in Berlin zwischen 1999 und 2005. „Man kriegt eine Freundin, stellt ein Kind her und dann landet man auf dem Sozialamt. Eine Kurzfassung, wie eine Moritat. Was willst du da sagen? So ist das Leben.“ (T.H.)

03
Der Ausländer DDR/D 1987/2004, 37 min
Heiner Müller, der Ausländer, vergebliche Verbindung, der Lohndrücker, Proben im Deutschen Theater, 59. Geburtstag, der 17. Juni. Die Zukunft.

Neben den drei Filmen enthält die Doppel-DVD ein Fragment und sieben Töne von Thomas Heise:

Fragment (DDR 1987)
Heiner Müller liest Ulrich Mühe seinen Text 'Herakles 2 oder die Hydra' vor. Ulrich Mühe spricht nach.

7 Töne
01 - Kneipenbekanntschaft | 02 - Ehe 1: Der Mann, die Frau. | 03 - Ehe 2: Die Frau | 04 - Ehe 3: Die Frau, der Mann | 05 - Heiner Müller und Wolfgang Heise, Nachdenken über Brecht | 06 - Frösche im Russenteich | 07 - Maßnahmen zur Verwischung von Spuren.

Empf. VK: 19,90 EUR / EAN: 9783941540248 / ISBN: 978-3-941540-24-8

Bestellen: hier.

Ein ausführliches Interview mit Thomas Heise findet sich im aktuellen Revolver Heft 21 (Hier kann man das Heft bestellen).

Fast zeitgleich zur DVD-Veröffentlichung erscheint im Verlag Vorwerk 8 das Buch »Spuren. Eine Archäologie der realen
Existenz«
über Thomas Heise und seine Filme.

21 März, 2010

Please do



Lesenswert: die fünfte Ausgabe von CARGO, mit Texten zu Wes Anderson, Thomas Brasch, Akira Kurosawa, Alain Resnais, Brillante Mendoza, einem Essay über das (vergangene) „Jahrzehnt der Avantgarde” und einem, sagen wir, „Krisen-Special” unter der Überschrift „Geld schläft nie”, in dem u.a. Christian Petzold über Oliver Stones WALL STREET schreibt.

Abonnieren: hier.

Please don't



Sehenswert: ein Musikvideo für den Song PLEASE DON'T von David Byrne und Fatboy Slim, das en minature vorführt, wie Gegen-Propaganda funktionieren kann.

08 März, 2010

This is ...


... in diesem Fall von Walshs THE ROARING TWENTIES (USA 1939), gefunden in der fantastischen Galerie von Warner Bros.-Endtiteln, Teil der Movie Title Stills Collection des Grafikers Christian Annyas.

25 Februar, 2010

23 Februar, 2010

Mischwesen



Jedes Schreiben folgt einer Vorstellung, einem Bild, das man sich gemacht hat. Dieses Bild aber versinkt im Text; jeder Leser ruft notwendig ein neues Bild hervor.

Die Filmprosa ist deshalb auf eine besonders sachliche Form aus, um von jedem Beteiligten in gleicher Weise verstanden zu werden. Natürlich misslingt dieses Vorhaben zuverlässig.

Der fertige Film wird oft als „Lektüre” des Regisseurs missverstanden, dabei ist er etwas drittes: ein fremdes Bild, Synthese vieler Lektüren und Tatsachen.

Ein Film, der wirklich bei sich ist, hat sein Drehbuch restlos verzehrt. Die Industrie ist auf das Gegenteil aus: sie möchte Filme, die mit ihrer Planung identisch sind.

Die meisten Filme, die wir sehen, sind Mischwesen in diesem Sinne.

02 Februar, 2010

Revolver Berlinale Party 2010

Herzliche Einladung: Am Sonntag, den 14.02., ab 22 Uhr im Festsaal Kreuzberg (Skalitzerstr. 130, direkt am U-Bhf Kottbusser Tor).

DJ PHONO legt auf, NIOBE singt, Marc Matter vom Institut für Feinmotorik macht die Musik dazu.

31 Januar, 2010

Disney - Tiere =





Wer Kinder hat, wird - mehr oder weniger unaufhaltsam - disneyfiziert. Dieser Prozess ist vor allem dann schmerzhaft, wenn die frühe Filmliebe mit Wiederholungszwang einhergeht, was leider oft der Fall ist.

So oder so, nach dem zwanzigsten Mal 101 DALMATINER (USA, 1961) gehen einem die lieben Tiere ziemlich auf die Nerven und man entwickelt Sehnsüchte, die auf eine Ästhetik abzielen, die roher, leerer, leiser ist.

Zu meinem Vergnügen - und um dem Klischee eines „Berliner Schule”-Regisseurs zu entsprechen - habe ich den besagten Film gerade von allen Tieren befreit (oder jedenfalls habe ich Frames gefunden, die ohne Tiere sind): Siehe oben.

Interessant daran ist vielleicht weniger die Geschmacksfrage (ich schätze viele der Disney-Animationsfilme durchaus) als die Tatsache, dass „Erfrischung” immer Kontrast bedeutet...

*

Nachtrag:
Marcus Seibert, Drehbuchautor, Revolver-Mitstreiter - und Vater zweier Kinder -, hat auf seinem Blog eine Art Erwiderung über dramaturgisch funktionale Leerstellen des Kinderfilms geschrieben. Lesenswert.

24 Januar, 2010

Drone-Vision

Bert Rebhandl schreibt hier über CNN-Nachrichten-Innovationen, die nachdenklich machen.

Es geht, kurz gesagt, um virtuelle Zeugenschaft als Spiegelbild der ferngesteuerten Kampfmaschinen, die mehr und mehr das Bild des modernen Krieges prägen. Aber während sich Soldat und Reporter „entwirklichen” - Ausdruck einer beispiellosen Hysterisierung des Todes -, bleiben die Zielpersonen bei ihren verletzlichen Leibern. Ein Blick in die Zukunft der Medialisierung unseres Lebens, der unser Verständnis von Verantwortung herausfordert.


Kampf- und Observations-Drone des US-Militärs...

...und die dazugehörigen „Piloten”: Bildschirmarbeiter, die einen „Film” manipulieren.

PEEPING TOM (Michael Powell, GB 1960): Sehen, Filmen, Töten.

Polizei-Drone, die in England eingesetzt werden soll: der Polizist als Kameramann.

Mini-Drone für zu Hause, die sich über IPhone steuern lässt und mit zwei Kameras ausgestattet ist. Interessanterweise erlaubt sie auch eine Verknüpfung mit virtuellen Spielern.

Das Herzstück des 360 Grad-Bewegtbild-Systems, das CNN neuerdings einsetzt.

17 Januar, 2010

Endlich greifbar: Heft 21



Gedruckt zu haben: die neue Ausgabe von Revolver. Beiträge von / mit Thomas Heise, Christophe Gargot, dem Performance-Kollektiv Gob Squad, Apichatpong Weerasethakul und Mark Peranson. Im gut sortierten Buchhandel. Bestellen: hier, abonnieren: dort.

15 Januar, 2010

Ruine

„Jeder Film die Ruine seiner Ambition.”

Amore!



Gerade für mich entdeckt: kinoart.net, ein erstaunlicher Fundus an Filmplakaten, von klassisch bis abseitig - zum Kaufen. Der von mir verehrte Hans Hillmann ist vielfach vertreten (sein oben abgebildetes Plakat ist auch zu haben).

Ergänzung: posteritati.com, eine amerikanische Seite.

13 Januar, 2010

Treme

David Simon, das Mastermind hinter THE WIRE, arbeitet zur Zeit an einer neuen Serie, genannt TREME. Es geht um New Orleans, post-Katrina, um Musik und - dem Vernehmen nach - um die positiven Seiten des amerikanischen Traums. Der Pilotfilm (Regie: Agnieszka Holland) soll noch im April auf HBO laufen, die erste Staffel hat inzwischen grünes Licht.


Maestro Simon am Set von TREME.

Dem Blog THE PLAYLIST zufolge sind auch einige meiner Favoriten aus THE WIRE mit von der Partie:

„The show follows a group of musicians in the titular neighborhood of New Orleans, post-Hurricane Katrina, and features an outstanding casting led by Wendell Pierce and Clarke Peters, Bunk and Freamon in Simon's previous show, and also including Steve Zahn, Melissa Leo, Rob Brown, John Goodman, Kim Dickens and, apparently, a cameo from Elvis Costello.”

Auf Youtube gibt es einen ersten Teaser, auf slashfilm ein Interview mit David Simon sowie einige interessante Links.

12 Januar, 2010

Bilder einer anderen Stadt





JAHRGANG '45 (DDR, 1965/1990), Jürgen Böttchers einziger Spielfilm, noch in der Rohschnittphase verboten, erzählt von einer anderen Stadt - unendlich weit entfernt nicht nur von der Propaganda jener Jahre, sondern auch von unserem Berlin heute. Man kommt nicht umhin, den Film mit Wehmut zu sehen - was hätte aus dieser Stadt (und dem ostdeutschen Kino) alles werden können... Ein Traum.

11 Januar, 2010

Eric Rohmer:

„Ich nutze die Gelegenheit, ein seltsames Vorurteil zu widerlegen, demzufolge alle Filmemacher angeblich nur eine kurze Schaffensphase haben: Ihre Tage zu zählen ist eine Übung, die nahezu allen meiner Kollegen offenbar äußerstes Vergnügen bereitet. Bei welchem Meister des Films hat man nicht den Niedergang herbeireden wollen? Von Gance bis Renoir, von Clair bis Ford, von Lang bis Hitchcock... Ich für meinen Teil räume stets eher dem Menschen als dem Werk Kredit ein, und ich füge mich nur mit Widerstreben, wenn es denn sein muß, in das Unabwendbare. Kurz, ich bin für die Alten. Nicht, weil mir das Alter imponiert, sondern weil es schwer nachvollziehbar ist, dass man aus einmal erreichter Höhe so tief fallen soll - vorausgesetzt, man war wirklich so hoch oben. Was den Zufall betrifft, der in dieser Kunst König ist, wie man sagt - ein weiteres Vorurteil -, so halte ich ihn nicht für so einflussreich, dass er einen genialen Filmemacher je daran gehindert hätte - und darin besteht auch der Beweis des Genies -, das zu machen, was er machen wollte, und genau so, wie er es machen wollte.”

Aus einer Kritik von Eric Rohmer (1920 - 2010) zu Howard Hawks' THE BIG SKY, erschienen 1953 in der Dezemberausgabe der Cahiers du cinéma (deutsch von Marcus Seibert). Rohmer hat zwischen 1950 und 2007 mehr als 50 Filme gedreht und war darüber hinaus auch als Autor und Kritiker aktiv.