23 Januar, 2026

Ab 12. März im Kino: „Der Tod wird kommen”

Sophie Verbeeck als „Tez”.

Bitte vormerken: 

Nach der Weltpremiere im Wettbewerb von Locarno (und weiteren Festivalstationen in Mannheim, Tallinn, São Paulo, Shanghai usw.) wird mein Film DER TOD WIRD KOMMEN („La Mort viendra”) am 12. März 2026 endlich regulär in die deutschen Kinos kommen (Verleih: W-Film). Ich freue mich sehr darüber und werde den Film auch in einige Städte begleiten. Details zu der geplanten Kinotour gibt es demnächst hier.

Erzählt wird die Geschichte des legendären Brüsseler Gangsters Charles Mahr (Louis-Do de Lencquesaing), der die Killerin Tez (Sophie Verbeeck) beauftragt, den Mord an einem seiner Kuriere zu rächen. Schnell gerät sie in das Dickicht einer Intrige, in der Mahrs Herausforderer Patric De Boer (Marc Limpach) eine undurchsichtige Rolle spielt. Tez wird selbst zur Gejagten und muss sich entscheiden, wessen Werkzeug sie sein möchte...

In weiteren Rollen spielen Mourade Zeguendi („Zinedine”), Nassim Rachi („Carlo”), Hilde Van Mieghem („Julie”), Delphine Bibet („Méla”), Laura Sépul („Louise”), Luc Feit („Dédé”), Pitcho Womba Konga („Yann”), Elsa Rauchs („Axelle”) u.a. 

Louis-Do de Lencquesaing als „Charles Mahr”.


Produktion: Bettina Brokemper, Heimatfilm (Köln), Bady Minck + Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Amour Fou (Luxemburg), Joseph Rouschop, Tarantula (Liège). Regie: Christoph Hochhäusler. Drehbuch: Ulrich Peltzer, Christoph Hochhäusler. Besetzung: Ulrike Müller. Kamera: Reinhold Vorschneider. Szenenbild: Renate Schmaderer. Kostümbild: Michèle Tonteling. Maskenbild: Garance Van Rossum. Haare: Pascal Joris. Ton: Marc Thill. Montage: Stefan Stabenow. Musik: Nigji Sanges. Sounddesign: François Aubinet. Mischung: Michel Schillings. Colorist: Dirk Meier. VFX: Thomas Löder. Künstlerische Mitarbeit: Aurélia Georges. Redaktion: Carlos Gerstenhauer, Harald Steinwender (BR), Barbara Häbe (Arte). BR, ARTE, BKM, Filmstiftung NRW, Filmförderung Luxemburg, FFA, MBB, Belgian Tax Shelter, Wallon Image.

P.S.: 
Der Film wird im französischsprachigen Original, aber auch in einer synchronisierten Fassung gezeigt werden, in der übrigens Henriette Confurius die Hauptrolle „Tez” spricht. 

16 Januar, 2026

Ich habe eine Bitte:

Revolver, die Filmzeitschrift, die ich 1998 mitbegründet habe, braucht mehr Abonnements, wenn sie überleben soll. 

Zwei Hefte im Jahr, lesenswert über den Tag hinaus, klein und schmuck, zum Preis von zwei Kaffee und einem Croissant, 15.-. 


Wie wäre es, wenn Sie sich ein Herz fassen und uns abonnieren? Das wäre eine große Hilfe.


Einfach eine formlose E-Mail schicken an info(at)etk-muenchen.de, also zum Beispiel: „Hiermit möchte ich gerne ein Revolver-Abo für 15€/Jahr zzgl. Porto bestellen.” Liefer- und Rechnungsadresse bzw. Bankdaten für ein Lastschriftverfahren nicht vergessen. Die Edition Text + Kritik, die den Vertrieb besorgt, bestätigt Ihnen dann die Bestellung.


Falls Sie schon abonniert haben, bitte ignorieren oder noch besser: an Interessierte weiterleiten.


Vielen Dank!




Was ist Revolver?


Die Zeitschrift, gegründet 1998, erscheint zweimal im Jahr im Verlag der Autoren. Die Idee war und ist es, eine „Theorie der Praxis” zu organisieren. Das heißt: Filmemacher*innen sprechen mit Filmemacher*innen, über Methode und Prozess und darüber, wie das Kino von morgen aussehen könnte. Ergänzend gibt es „Bekenntnistexte” von Filmpraktiker*innen. Revolver entsteht nebenbei und unbezahlt. Die Abonnements decken die Druckkosten.


In den letzten 53 Ausgaben gab es Interviews und Beträge von/mit Abbas Kiarostami, Lars von Trier, Lucrecia Martel, Michael Haneke, Claire Denis, Hou Hsiao Hsien, Maren Ade, Harun Farocki, Ulrich Seidl, Radu Jude, Eric Rohmer, Alexander Kluge, Terry Gilliam, Katrin Cartlidge, Christian Petzold, Tankred Dorst, Mia Hansen-Løve, Hanns Zischler, Jean-Claude Carrière, Athina Rachel Tsangari, Ruben Östlund, Jean-Pierre & Luc Dardenne, Romuald Karmakar, Céline Sciamma, Sergei Loznitsa, Albert Serra, Michael Ballhaus, Ute Aurand, Nadav Lapid, Denis Lavant, Thomas Heise, Jonas Mekas, Lav Diaz, Werner Herzog, Peter Kubelka, Mariano Llinás, Apichatpong Weerasethakul, Wim Wenders, Frederick Wiseman, Carlos Reygadas, Alexandre Koberidze, Adam Curtis, Andreas Goldstein, Matías Piñeiro, Harmony Korine, Bruno Dumont, Kleber Mendonça Filho, Angela Schanelec und vielen anderen.


Der Redaktion gehören zur Zeit an: Hannes Brühwiler, Gordon Dohle, Leo Geisler, Istvan Gyöngyösi, Benjamin Heisenberg, Christoph Hochhäusler, Szuszanna Király, Sebastian Ladwig, Franz Müller, Johanna Schorn, Marcus Seibert, Cécile Tollu- Polonowski, Nicolas Wackerbarth, Saskia Walker. Gestaltung: Mathilde Lesueur und Jérémie Harper.


www.revolver-film.de

22 Dezember, 2025

Meine Filme des Jahres 2025

Meine Filme des Jahres 2025. Weil es das Kino der Gegenwart dieses Jahr besonders schwer hatte, sich gegen die älteren Jahrgänge durchzusetzen, ist die Liste mit den Entdeckungen dreimal so lang.

Neue Filme:
A LETTER TO DAVID (Tom Shoval, Israel 2025)
ONE BATTLE AFTER ANOTHER (Paul Thomas Anderson, USA 2025)
REGEN FIEL AUF NICHTS NEUES (Steffen Goldkamp, D 2025)
SEX (Dag Johan Haugerud, Norwegen 2024)
HENRY FONDA FOR PRESIDENT (Alexander Horwath, Österreich 2024)
YES (Nadav Lapid, Israel 2025)
TARDES DE SOLEDAD (Albert Serra, Spanien 2024)
REFLECTION IN A DEAD DIAMOND (Hélène Cattet, Bruno Forzani, Frankreich/Belgien 2025)
MISERICORDIA (Alain Guiraudie, Frankreich 2024)
DAS DEUTSCHE VOLK (Marcin Wierzchowski, D 2025)

Neu für mich entdeckt:
GENTLEMEN JIM (Raul Walsh, USA 1942)
THERE ONCE WAS A SINGING BLACKBIRD (Otar Iosseliani, Georgien 1970)
WAIT TILL THE SUN SHINES, NELLIE (Henry King, USA 1952)
THE LONG FAREWELL (Kira Muratova, UdSSR 1971)
TAKING OFF (Milos Forman, USA 1971)
WESTWARD THE WOMEN (William Wellman, USA 1951)
THE MAD FOX (Tumo Uchida, Japan 1962)
THE EXILE (Max Ophüls, USA 1947)
ANTOINE & ANTOINETTE (Jacques Becker, Frankreich 1947)
TWO CENTS WORTH OF HOPE (Renato Castellani, Italien 1952)

Encore:

UNCERTAIN GLORY (Raoul Walsh, USA 1944)
THE LONG GRAY LINE (John Ford, USA 1955)
NIGHT AND THE CITY (Jules Dassin, Großbritannien 1950)
THE KILLER IS LOOSE (Budd Boetticher, USA 1956)
RETOUR À SEOUL (Davy Chou, Frankreich 2022)
STARS IN MY CROWN (Jacques Tourneur, USA 1950)
ARMORED CAR ROBBERY (Richard Fleischer, USA 1950)
EIGHTEEN YEARS IN PRISON (Tai Kato, Japan 1967)
PLAY DIRTY (André de Toth, USA 1969)
LE PARC (Damien Manivel, Frankreich 2016)

Encore Encore:

REMORQUES (Jean Grémillon, Frankreich 1941)
LAST TRAIN FROM GUN HILL (John Sturges, USA 1959)
SHAKEDOWN (Joseph Pevney, USA 1950)
THE STORE (Frederick Wiseman, USA 1983)
HEDGEHOG IN THE FOG (Yuri Norstein, UdSSR 1975)
THE OUTFIT (John Flynn, USA 1973)
THE TERMINATOR (James Cameron, USA 1984)
DEVI (Satyajit Ray, Indien 1960)
THE MAN WHO LAUGHS (Paul Leni, USA 1928)
HOBSON'S CHOICE (David Lean, Großbritannien 1954)


(Ich entschuldige mich für die inkonsequente Mischung aus Original- und englischsprachigen Titeln.)

16 Dezember, 2025

Jetzt?

Judy Garland singt „Mister Monotony”, ein Outtake aus EASTER PARADE (USA 1948).

Ich will mein Leben nicht ans Warten verschwenden, nicht alles auf eine Karte setzen, vorbereitet sein, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Auch deshalb entwickle ich parallel mehrere Projekte, mit verschiedenen Ko-Autoren und in unterschiedlichen Genres und Budgetklassen. 

„Inspiration gibt es,” soll Picasso gesagt haben, „aber sie muss dich bei der Arbeit finden.” Zwar macht die Übung nicht so zuverlässig zum Meister, wie man sich das manchmal wünscht, beinahe jede Filmografie ist eine Berg- und Talfahrt. Trotzdem ist Bewegung gut, und jedes neue Projekt könnte dasjenige sein, bei dem endlich alles zusammenkommt: Erfahrung, Inspiration, Zeitgeist.


In guten Filmen findet Gegenwart Form, kristallisiert sich im Schnittpunkt zweier Fragen: „Was ist wirklich?“, „Was ist möglich?“. Fritz Lang hat vom Film als „Zeitkristall” gesprochen, den wir in Gedanken drehen, wenden, befragen können. 


Das Kino ist nicht nur ein zeitgebundenes Medium, Timing ist der Schlüsselbegriff unserer Kunst. Jede Handlung muss sich zur richtigen Zeit, im richtigen Augenblick, in der richtigen Geschwindigkeit, innerhalb einer Einstellung, einer Szene, einer Sequenz, aber natürlich auch auf der Ebene der Verwirklichung und Veröffentlichung des Filmes selbst vollziehen. Wir alle haben im Ohr, ein Film wäre „zu früh” oder „zu spät” gekommen. Nichts ist schöner als den richtigen Film zur richtigen Zeit zu sehen.


Dieser letzte Punkt scheint sich besonders selten zu verwirklichen im deutschen Kino. Die vielteilige Finanzierung der meisten Projekte braucht Jahre, und die wirklich aktuellen Stoffe erledigen sich entweder im Prozess oder werden vorauseilend aussortiert. 


Nichts gegen „zeitlose Dramen”, aber dem Zeitgeist ganz zu entsagen ist ungesund. Je direkter der Zusammenhang aus Neugier und Experiment, desto besser. Die Zuschauer suchen zu Recht Antworten auf ihr Jetzt, wollen sich und den historischen Moment, den sie durchleben, erkennen. 


Von den Defiziten unseres Film-, Fernseh- Förderkomplexes scheint mir die erzwungene Langsamkeit das größte Problem.

03 Dezember, 2025

Revolver 53


Heft in Sicht: Ausgabe 53 geht dieser Tage in den Druck und enthält Beiträge von/mit Mehmet Akif Büyükatalay, Istvan Gyöngyösi, Oliver Schmitz, Kristina Konrad, Leo Geisler, King Ampaw und Hartmut Bitomsky (†).

Das Interview mit Oliver Schmitz geht auf das Revolver Live!-Gespräch zurück, das ich Anfang Juni geführt habe.

Danke, Claus!

Claus Löser 2016. Foto: Liana Kryshevska.

In dem Flechtwerk, das wir Filmkultur nennen, finden nicht alle Weidenzweige die gleiche Beachtung. Manche sind prägend, aber bleiben weitgehend unsichtbar. Zu diesen „hintergründigen” Tätigkeiten gehört das Programmieren insbesondere der Kinos, die nicht auf blosse Aktualität ausgelegt sind. Neben den staatlich geförderten Berliner Flaggschiffen wie Arsenal und Zeughauskino gibt es nur eine Handvoll von Spielstätten, die über die Jahre ein originelles Programm gemacht und das Filmmenü der Hauptstadt verlässlich bereichert haben. Das Kino in der Brotfabrik gehört unbedingt dazu. Das ist ganz wesentlich Claus Lösers Verdienst. Er hat 35 Jahre lang, seit 1990 und noch vor Währungsunion und Wiedervereinigung, das Filmprogramm dort verantwortet. Insbesondere seine Expertise und Kontakte Richtung Osteuropa haben immer wieder zu aufregenden Reihen und ungewöhnlichen Gästen geführt – mit der heutigen (3.12.2025) Vorstellung von KUNSTKAMERA im Rahmen der Retrospektive Jan Švankmajer schliesst sich ein Kreis, der mit dem von Löser besorgten deutschen Verleih von Švankmajers ALICE (1988) begonnen hatte – was aber nicht heißen soll, dass andere Spielarten des Kinos in der Brotfabrik zu kurz gekommen wären. Allein der kleine Ausschnitt an Filmen, die ich dort gesehen habe – von Kenneth Anger über Benjamin Christensen und Radu Jude zu Konrad Wolf und Straub/ Huillet – deutet die Vielfalt an. Nun hört Claus auf und kehrt zurück zu seinen dichterischen Anfängen. Vielen Dank, lieber Claus, für deine tolle Kinoarbeit, und alles Gute für das Weitere!

30 November, 2025

Henry Fonda for President @ AdK


Alexander Horwaths toller HENRY FONDA FOR PRESIDENT (über den ich hier ein paar Zeilen geschrieben habe) wird am Sonntag, den 7.12.2025 um 16 h in der Berliner Akademie der Künste zu sehen sein. Im Anschluss sprechen Alexander Horwarth und Christian Petzold über den Film – und zeigen bei der Gelegenheit auch einen Kurzfilm, den Christian und ich 2018 gemacht haben, passenderweise über eine Fonda-Szene, in Hitchcocks THE WRONG MAN.

Zu Gast @ SWR „Treffpunkt Musik”


Ich war zu Gast in der SWR-Radiosendung „Treffpunkt Musik” (Redaktion: Bernd Künzig) und habe mit Eva Schramm über meine Arbeit und eine kleine Auswahl von Lieblingsmusiken gesprochen. Auf Sendung ging das Ganze am 6.12.2025 um 10 h und ist inzwischen in der SWR Mediathek zu finden.